R d E - Revolution der Erben

Hier sind sie: Die phantastischen Abenteuer der Thora, des goldenen Drachens und vieler Phantasiegestalten in einem Textrollenspiel der Extraklasse. Tritt ein in die Community der Fantasy und starte mit Deinen neuen Ideen das Abenteuer Deines Lebens...
 
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 2 - Erste Begegnungen

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Jonal
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Volk: Sedanier

BeitragThema: 2 - Erste Begegnungen   Mo 19 Apr 2010 - 6:42

Jetzt sind auf diesem großen Kontinent Almoria also schon mehrere Völker und Einzelpersonen unterwegs. Eine richtige Völkerwanderung bahnt sich an. Werden sich dabei auch einige treffen?

Schau'n wir erst einmal, wo sich diese Völker und Personen denn momentan überhaupt befinden:

Da ist zuerst einmal das überaus lustige und sich immer heiter beschimpfende Volk von Luxuma. Sie zaubern um die Wette, sich verzaubern eingeschlossen, und scheinen bei allen Scherzen nicht zu merken, dass sie nicht alleine sind.

Denn ein zweites Volk hatte sich aufgemacht, dabei Flöße gebaut, und waren jetzt an Land gestoßen. Ausgerechnet im Land der Thoraner...

Von denen sind allerdings zwei unterwegs, um zu den Elben im Fluchwald zu gelangen. Ronel und Minto wollen wissen, wieso der König der Elben so plötzlich verschwunden ist.

Dasselbe auch bei Jonal und seinem Drachen Naiiro. Beide haben sich auf den Weg der Suche gemacht, wollen aber zuerst mit Mor'anh reden.

Mor'anh ist ein Khentorei-Krieger und lagert mit seinem Volk am Fuße der blauen Berge, welche die große Ebene vom Land der Thoraner trennen. Mor'anh hat eine Schwester, die als Priesterin des Volkes Eingebungen hat und das ganze Dilemma vorausgesagt hat.

Hier wird nun aufgeschrieben werden, welche Völker sich treffen und was sie unternehmen, um Silberglanz, den Herrn der Elben, zu finden.

Aber da ist ja noch ein anderer im Spiel. Über den wollen wir lieber noch nichts erzählen, denn etwas Geheimnisvolles muss ja bleiben.

Oder?

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Stirbt der Reiter, stirbt auch sein Drache ...


Zuletzt von Jonal am Fr 25 Mai 2012 - 2:51 bearbeitet; insgesamt 4-mal bearbeitet
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Jonal
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Volk: Sedanier

BeitragThema: Re: 2 - Erste Begegnungen   Do 29 Apr 2010 - 5:21

Text zusammen mit Mor'anh


Naiiro landete etwas abseits des Lagers, legte seine Flügel an und ließ Jonal absteigen. Sofort kamen von allen Seiten die Alnei auf sie zu, um den goldenen Drachen zu bewundern. Mor’anh war der erste, der auf Jonal zulief und ihn erst einmal herzlich umarmte.

„Oh Jeminee, das hat aber gedauert, bis du dich wieder blicken lässt!“

Jonal befreite sich und meinte trocken: „Wenn ich jedesmal von dir fast zerquetscht werde, dann kannste dir ja denken, warum. Nicht jeder hat solche Muskeln wie du!“

Mor’anh musste laut lachen: „Das stimmt allerdings. Jetzt komm mit, es gibt viele Neuigkeiten.“

Gemeinsam gingen sie zum Lagerplatz, wo Jonal von einer sehr weibliche Person fast angesprungen und mit Küssen bedeckte wurde. „Jonal, wir haben uns ja ewig lange nicht mehr gesehen!“

Jetzt erst erkannte Jonal, dass diese Weiblichkeit Mor’anhs Schwester Na’i war, die er noch als kleines Mädchen kannte. Aber große Zeit zum Antworten blieb ihm nicht, denn der Alte stand ehrfurchtgebietend vor seinem Zelt und fragte: „Weißt du, wo Silberglanz ist?“

Jonal schüttelte zaghaft den Kopf. „Nnneinn. Ich dachte, ihr wüsstet es.“

„Wir wissen es auch nicht. Kommt in mein Zelt. Wir müssen reden.“


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Stirbt der Reiter, stirbt auch sein Drache ...


Zuletzt von Jonal am Mi 7 Sep 2011 - 3:27 bearbeitet; insgesamt 2-mal bearbeitet
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Ronel
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BeitragThema: Glück im Unglück   Fr 7 Mai 2010 - 0:37

Glück im Unglück

Währenddessen: Ronel und Minto hatten den Tham (Fluss) hinter sich gebracht und waren nun mitten im dunklen, alten und dichten Fluchwald.  

"Jetzt laufen wir schon gefühlte 3 Tage durch diesen verfluchten Wald!" sagte Ronel genervt. "Jetzt beruhig dich doch mal!" antworte Minto."Ja wer von uns beiden hat gesagt, "Komm mit, ich kenne eine Abkürzung". he?" fragte Ronel. "Ich, aber wären wir um den Wald gegangen, hätten wir sicher länger gebraucht." - "Jaja, du hast ja recht. Schon ein Wunder, dass wir überhaupt noch leben und uns kein wildes...".

In diesem Moment sprangen zwei Wölfe vor ihnen aus einem Gebüsch. Der Speichel tropfte ihnen seitlich aus den Mundwinkeln und sie sahen nicht so aus als wollten sie bloß mit den beiden Thora Spielen.

"Minto, ich glaube wir sollten hier verschwinden." flüsterte Ronel. Langsam gingen sie rückwärts in die Richtung aus der sie gekommen waren. Der größere Wolf brüllte, als wolle er die Beute jetzt packen. "Renn!" schrie Ronel als er über eine Wurzel stolperte. Er konnte aber schnell wieder aufstehen und rannte, sah aber Minto nicht mehr. Die beiden Wölfe jagten ihm hinterher.
Ronel lief und lief als er plötzlich von Minto ins Gebüsch gezogen wurde.

Nach einer kurzen Weile kahmen auch die beiden Tiere.
Einer der Wölfe schnupperte am Busch. Es schien so, als ob er die beiden nicht erriechen konnte. Er und der andere Wolf schnüffelten noch an weiteren Stellen und verschwanden dann wieder im Gestrüpp.

Nur, warum konnte der Wolf die beiden Thora nicht entdecken? Die Antwort ist, dass es ein besonderes Gebüsch war; Elbenblatt heißt diese Pflanze. Elbenblatt hat einen stark süß riechenden Geruch, zumindest für Tiere, und kann die feinen Nasen der Wölfe austricksen. Ronel und Minto haben großes Glück gehabt, denn Elbenblatt ist selten und wächst nur an bestimmten Orten auf Almoria.

Fortzetzung folgt...

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Zuletzt von Ronel am Mi 7 Sep 2011 - 2:11 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Mor'anh
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BeitragThema: Re: 2 - Erste Begegnungen   Mi 9 Jun 2010 - 0:16

Text zusammen mit Jonal


Der Alte ließ ihnen kaum Zeit, sich in seinem großen Zelt nieder zu lassen. „Was ist da draußen los, Jonal“, fragte er gleich ärgerlich. „Schon seit Tagen erhalte ich nur schlechte Nachrichten. Es geht das Gerücht um, dass der Herr der Elben verschwunden sei. Die Prophezeiungen von Na’i drehen sich immer nur um riesige, schwarze Drachen und…“

„Höre ich da Drachen?“ Naiiro war langsam zum Zelt des Alten geschlichen und steckte jetzt, hellhörig geworden, seinen großen Kopf durch den schmalen Zelteingang.

„Naiiro, du doch nicht“, meinte Jonal lächelnd, stand wieder auf und legte seinen Arm auf Naiiro’s Kopf. „Wir sollten draußen reden“, fuhr er in Richtung des Alten gewandt fort, „sonst reißt Naiiro dir noch dein Tipi über den Kopf weg.“

„Gut, das wäre wohl das Beste. Dann kann auch Naiiro mitreden. Gehen wir zum Platz der Davlani.“ Der Alte erhob sich ebenfalls und schritt an dem staunenden Naiiro vorbei zum Rand des Dorfes, wo die riesigen, gehörnten Pferde der Alnei in einer Koppel standen. Direkt vor dieser Koppel stand das Totem der Khentorei, geschnitzt in einen gefällten Baumstamm: das plastische Abbild eines Wolfskopfes. In einem Halbkreis vor dem Totempfahl standen mehrere kurze Bänke, die eigentlich für die Häuptlinge gedacht waren, diesmal aber dem Alten, Mor’anh, Na’i und Jonal zur Besprechung dienten.

„Also“, begann der Alte, „woher weißt du, dass Silberglanz verschwand.“

Naiiro kam näher. „Ich habe es von den Elben selber erfahren – und dadurch weiß es auch Jonal.“

„Und ich weiß es als Erster, weil meine Schwester davon geträumt hat“, erklärte Mor’anh.

„Nicht geträumt“, warf Na’i ein. „Es war eine Vision, die mit einem dunklen Traum begann. Da waren viele Drachen…“

„Kannst du die Drachen beschreiben?“ unterbrach Naiiro sie.

„Ja, kann ich. Sie waren tiefschwarz, sahen so ähnlich aus wie du, waren aber viel größer und hatten einen gezackten viereckigen Kopf, auf denen riesige Nüstern saßen. Und … sie waren beritten!“

„Beritten?“ Jonal horchte auf. „Du meinst: sie hatten Reiter??“

Na’i nickte, aber Naiiro schüttelte den Kopf. „Das kann nicht sein. Ich bin der letzte noch lebende Drache in dieser Welt.“

Mor’anh erklärte weiter, als Na’i ihm einen verzweifelten Blick zugeworfen hatte: „Na’i hat die Drachen ja auch nicht in dieser Welt gesehen.“

Alle schauten ihn entsetzt an, bis Jonal zögernd fragte: „Von welcher denn, wenn nicht von dieser?!“

Na’i schaute betrübt zu Boden: „Das weiß ich nicht. - Noch nicht…“



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BeitragThema: Re: 2 - Erste Begegnungen   Fr 18 Feb 2011 - 5:16

Spur zu den Elben

"Weißt du was das ist, Minto? Das ist Elbenblatt!" rief Ronel vor Freude.
"Heißt das etwa...?" fragte Minto erstaunt.
"Ja, hier müssen irgendwo die Elben hausen. Kletter mal auf den Baum herauf! Ich helfe dir hoch."
Minto setze ein Fuß auf Ronels Hände und Ronel schob ihn hinauf zum erstbesten Ast. Schnell griff er zum nächsten Ast und verschwand zwischen Blättern und Zweigen. Kurze Zeit später stieg er wieder hinunter zum untersten Ast. "Das musst du sehen!" sagte Minto, gab Ronel die Hand und zog ihn rauf. Unmittelbar kletterten beiden zur Spitze des Baumes.

"Dort drüben, links neben dem Felsen, ragt eine Turmspitze über dem Wald. Siehst du das?" zeigte Minto. "Ja, ich sehe es. Da müssen sie sein. Los lass uns geschwind dort hin!"



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Jonal
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BeitragThema: Wichtige Frage an Mor’anh   Sa 18 Jun 2011 - 3:23

Jonal stand auf. "Dann weiß ich, was zu tun ist", sagte er zwar vorsichtig, aber bestimmt. Er trat zu Mor’anh und legte ihm beide Hände auf die Schultern. "Werden du und dein Stamm sich an der Suche beteiligen?"

Als Mor’anh ihn fragend ansah, erklärte Jonal: "Naiiro und ich werden zuerst versuchen, unsere Freunde, die Thora, zu finden. Vielleicht wissen sie mehr als wir. Auch ohne Visionen. Und dann werde ich mich mit Naiiro auf den Weg machen. Die große Suche hat mir schon immer gefallen, dafür bin ich geboren, dafür sind Naiiro und ich im Geiste eins."

Jonal machte eine Pause und schaute zuerst den Alten, und dann Mor’anh klar in die Augen: "Mor’anh, sag ganz ehrlich: wirst du dich an der Suche beteiligen - oder uns sogar begleiten?"



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Stirbt der Reiter, stirbt auch sein Drache ...


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BeitragThema: Re: 2 - Erste Begegnungen   Do 23 Jun 2011 - 23:09

Mor'anh druckste etwas herum und schaute dabei abwechselnd seinen Vater, dem Häuptling, den Alten und dann seine Schwester Na'i an. Dann holte er tief Luft und beschrieb mit der rechten Hand eine weite Geste über die hinter ihm liegende Prärie und die dort kämpfenden jungen Krieger.

"Siehst du dort meine ganz jungen Brüder, Jonal? Sie sind noch Kinder und vor ihnen liegt eine sehr schwere Prüfung. Die erste ihres Lebens. Und sie würden es mir nie verzeihen, wenn ich als ihr junger Priester nicht bei ihnen wäre."

Er machte eine kurze Pause und sah Jonal und dann Naiiro prüfend an. "Natürlich werde ich dich begleiten," fuhr er dann fort, "aber nicht sofort. Verzeih Jonal, aber meine jungen Brüder gehen mir vor. Versteh das bitte!"



Zuletzt von Mor'anh am Mi 7 Sep 2011 - 2:19 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: 2 - Erste Begegnungen   Fr 19 Aug 2011 - 9:56

Jonal nickte sanft und verstehend. Dann seufzte er tief und schaute Mor'anh ins Gesicht.

"Ja natürlich verstehe ich dich, Mor'anh. Nur ist es für mich, und sicher auch für Naiiro, schwer zu begreifen. Denn dieses betrifft uns alle. Ich sehe da eine Gefahr lauern, alleine in der Tatsache, dass der Elbenkönig spurlos verschwunden ist. Ich hatte mit deiner Hilfe fest gerechnet!"

Er machte eine Pause, strich Naiiro sanft über den Kopf und schaute zu Boden.

"Außerdem", fuhr er etwas leiser fort, "haben wir beide uns über alle Maßen darauf gefreut, dich wieder zu sehen."

Jonal seufzte nochmal und straffte sich.

"Dann soll es also so sein: Du kümmerst dich um dein Volk - und wir beide machen uns auf die Suche. Aber zuerst werden wir versuchen, die beiden Thora zu finden. Die haben wir auch schon lange nicht mehr gesehen."

Damit drehte er sich kurzentschlossen um, bestieg den Rücken von Naiiro und winkte dem Häuptling, dem Alten, Mor'anh und natürlich Na'i zum Abschied nochmal zu.

"Wir kommen wieder, wenn unsere Aufgabe erfüllt ist. Bis dahin: macht's gut...!"


Naiiro breitete seine Flügel aus, stieß sich kurz vom Boden ab und war schon Sekunden später mit Jonal in den Wolken verschwunden.



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BeitragThema: Re: 2 - Erste Begegnungen   Di 23 Aug 2011 - 0:36

Der Turm in Weiß

Die beiden Thora sprangen aus dem Wald und erkannten erst jetzt, wie groß der Turm, den sie vom weiten gesehen hatten, eigentlich war - vielleicht 40 Meter oder höher. Er war weiß, hatte prachtvolle Verzierungen und man konnte keine Unreinheiten erkennen. Ronel und Minto hatten das Gestein, aus dem der Turm gebaut wurde noch nie zuvor gesehen. Aber auch alle anderen Bauwerke bestanden daraus und sahen wunderschön aus.

Doch wo waren die Elben? Beide Thora schauten sich zwischen den Bauten um. Es war keiner zu sehen. Aber Richtung Norden konnten sie ein paar leise und dumpfe Stimmen hören. Beide kamen immer näher und die Stimmen wurden lauter. Tatsächlich; da waren die Elben. Sie standen auf einem großen Platz und hörten einen Mann zu der auf einem Podest stand.
„Wie ihr alle wisst ist Silberglanz verschwunden. Unsere Truppen sind los gezogen um ihn zu suchen“


Was danach noch kommt muss ich mir noch ausdenken. Meine Situation ist gerade ein bischen schwer.

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BeitragThema: Re: 2 - Erste Begegnungen   Mo 5 Sep 2011 - 20:22

Naiiro stieg immer höher und höher und Jonal schien die Luft so langsam immer weniger zu werden. Aber sie mussten diese gewaltige Bergkette, die die große Steppe vom Waldland der Thora trennte, überfliegen, wenn sie nicht einen gewaltigen Umweg machen wollten.

"Da oben tobt ein Schneesturm", ließ sich Naiiro zwischen zwei Flügelschlägen hören. "Ich hoffe, er ist nicht allzu schlimm."

"Können wir den nicht umfliegen?" fragte Jonal, obwohl er die Antwort schon wusste.

"Nein, mein Freund. Zieh dir nur die Jacke etwas fester. Bald wird es stürmisch zugehen."


Fünf Flügelschläge weiter waren sie schon mitten drin. Gerade eben noch im freundlichen Tal am Hang der Blauen Berge im warmen Sonnenschein gesessen - jetzt schlug Jonal eisige Kälte entgegen. Mit zitternden Fingern schloss er seinen Kragen fester zu, während kleine spitze Eiskristalle in seine Haut stachen. Und obwohl von Naiiro eine wohlige Körpertemperatur ausging, bibberte Jonal am ganzen Körper. Der Sturm heulte, wurde immer mächtiger und schien alle Eis- und Windgewalten entfesselt zu haben. Jonal merkte, wie schwer Naiiro gegen den Orkan ankämpfen musste und verbissen einen Flügelschlag nach dem anderen tat. Wie in Zeitlupe und wie unter einem inneren Zwang. Der Orkan brüllte auf, mit einer Lautstärke, als wolle er die ganze Bergwelt damit zum Einsturz bringen. Hagelkörner, so groß wie geballte Fäuste, schlugen auf Jonal und Naiiro ein.

Dann - ganz plötzlich - war es vorbei und die Sonne lugte hinter den Wolken hervor, als wenn nichts gewesen wäre. Und mit der Sonne legte sich auch der Sturm von einer Sekunde auf die andere.

Aber dieser plötzliche Wechsel von Eiseskälte und brüllendem Sturm zu blendendem Sonnenschein und Windstille hatte für Naiiro frappierende Folgen mit dem Ergebnis, dass er vollends geblendet wurde und abstürzte.

"Halt dich fest, Jonal. Ich muß notlanden!!!"

Jonal klammerte sich fest an Naiiro's Hals. Und obwohl Naiiro beim Landen beide Flügel ausgebreitet und auch alle vier Füße ausgestreckt hatte, war die Bruchlandung in einer hohen Schneeverwehung mehr als unsanft. Jonal wurde von Naiiro's Rücken geschleudert und blieb schwer schnaufend am Rand eines Abgrundes liegen. Prustend und sich den Schnee aus dem Gesicht wischend richtete Jonal sich auf und tastete sich ab. Wie durch ein Wunder schien er keine Verletzungen davon getragen zu haben.

"Naiiro! - Naiiro, was ist mit dir?!"

Keine Antwort.

Jonal stand vorsichtig auf und stampfte durch den Schnee auf den großen leblosen Drachenkörper zu. "Naiiro, was ist los mit dir?"


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BeitragThema: Re: 2 - Erste Begegnungen   Mi 7 Sep 2011 - 2:39

Schon seit Stunden lief Mor'anh in seinem Zelt hin und her. Dann lief er mit gesenktem Kopf, aber in seinem Inneren aufgeregt, nach draußen, wo er fast seine Schwester über den Haufen gerannt hätte.

"Was ist mit dir los, Mor'anh? Du benimmst dich, als wenn du der kopflose Nick höchstpersönlich wärst."

"Ach Na'i, ich habe einen großen Fehler gemacht."

"Und welchen? - Halt, lass mich raten: du meinst, du hättest Jonal verraten. Stimmts?"

Mor'anh senkte den Kopf und schaute zu Boden: "Ja, stimmt. Aber was sollte ich sonst machen?!!"

Na'i schmunzelte wissend: "Reite ihm nach, Brüderchen. Ich werde schon dafür sorgen, dass die Prüfungen deiner Schüler auch ohne dich gut ablaufen."

Über Mor'anhs Gesicht kam ein Lächeln und er schaute seine Schwester freudestrahlend an: "Du meinst..."

"Ja, das meine ich. Und jetzt geh, bevor ich es mir anders überlege."

Bruder und Schwester umarmten sich noch einmal innig, dann rannte Mor'anh zu den Gehegen, um sein Davlani Racho heraus zu holen. Aus dem Verschlag holte er noch Proviant für fünf Tage und bestieg dann das prachvolle gehörnte Pferd, band sein Speer auf seinen Rücken, winkte Na'i noch einmal zu und verließ das Dorf, um die hohen blauen Berge zu erklimmen. Er wußte einen kleinen Umweg, sodaß er nicht über den Gipfel reiten musste und begann mit dem mühevollen Aufstieg.

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BeitragThema: Kira’s Geschichte - und ich soll sie aufschreiben   Mi 7 Sep 2011 - 3:37

Schreiber Silas: Kira's Geschichte - und ich soll sie aufschreiben


Hallo, ich bin der Schreiber Silas. Eigentlich sollte ich von der Tastatur wegbleiben, denn diese Geschichte ist so ungeheuerlich, dass ich es nicht weiter erzählen dürfte. Aber Kira meinte, ich sollte es einfach machen, weil es seine Geschichte ist und er denkt, dass es einfach jeder erfahren sollte, was wirklich geschah. Damals. Oder war es heute? Oder morgen?

Siehste, und schon fängt es an, verzwickt zu werden und ein Grund, warum ich diese Geschichte nicht schreiben möchte. Denn wenn ihr lest, dass Kira aus der Zukunft stammt, und wie alles mit dem hier bisher geschehenen zusammen passt, glaubt ihr mir sowieso kein Wort mehr und legt diese Geschichte gleich wieder weg. Und wenn ich dann noch zaghaft am Rande erwähne, dass dieser 13-jährige Junge von der Zukunft in die Vergangenheit gereist ist, weil er von da gerufen wurde, um dann mir in der Gegenwart seine Geschichte zu erzählen, um anschließend wieder in die Zukunft zu entschwinden, … dann erklärt ihr mich für vollends verrückt.

Und deshalb war ich auch vorhin mit Kira im Streit. - Naja, Streit ist vielleicht nicht das richtige Wort, es war eher eine Diskussion. Eine heftige zwar, aber wir diskutierten sehr, sehr eingehend über das, was er erzählt hat. - Und seid doch mal ganz ehrlich: Wenn da ein kleiner Junge zu euch kommt und euch von kleinen Wesen und von einem Elbenkönig, von einem goldenen Drachen und von vielen anderen grausamen Drachen, von furchterregenden Völkern und von gewaltigen Dämonen erzählt und dann noch von seiner Suche nach alldem, dann werdet ihr doch auch bestimmt sagen, dass seine Phantasie mal wieder gehörig mit ihm durchgeht, oder? - Seid mal ganz ehrlich.

Andererseits … könnte auch etwas Wahres dran sein. Aber wenn tatsächlich etwas Wahres dran sein sollte und diese Geschichte nicht erfunden wurde, um euch zu Tode zu erschrecken, dann… - Ja dann werde ich euch warnen müssen, lieber nicht weiter zu lesen, weil dann auch ihr in Gefahr geraten könntet.

„Du, das ist aber nicht richtig, was du da schreibst.“

Ich schaue Kira verwirrt an, weil ich gar nicht mitbekommen hatte, dass er hinter mir steht und das mitliest, was ich euch gerade erzähle. „Wieso nicht?“ frage ich ihn.

„Na, weil die Leute es doch erfahren sollen und müssen!“

„Du möchtest also, dass die Leute Angst bekommen.“

„Nee. - Sie sollen nur gewarnt werden, weil ich es schon mal erlebt habe.“

„Na gut, akzeptiert. Dann müssen wir aber ganz von vorne beginnen, damit die Leute auch selber lesen und damit begreifen können, wie alles begonnen hat.“

Kira lehnt sich maulend an das voll gestopfte Bücherregal, schaut mich missmutig an und zuckt mit den Schultern. „Du weißt ja schon alles. Warum soll ich es denn noch mal erzählen?!“

„Weil ich ganz von vorne beginnen möchte. Sonst wird es ja nur eine Aufzählung aus meiner Erinnerung. Aber es ist doch deine Geschichte. Und ich schreibe ja nur auf, was du erlebt hast. Also komm jetzt…“

Seufzend setzt sich der Junge aus der Zukunft neben mich an den Schreibtisch, rauft sich seine strubbeligen blonden Haare und seufzt erneut. „Also gut. Wo beginnen wir?“

„Am besten dort, wo du aus dem Haus gegangen bist und die ganze Verwüstung gesehen hast.“

Kira kommen unwillkürlich die Tränen, die er verstohlen wegwischt. „Auch das mit meinen Eltern?“

„Ja, auch das – das gehört dazu. Und natürlich, wie du plötzlich die Stimmen hörtest.“

„Hmm, okay. Aber du musst auch betonen, dass es wirklich schön war an diesem Sonntag.“

„Na klar. Mach ich.“

Er überlegt kurz. „Gut. Dann fang mal an zu schreiben…“



Zuletzt von Schreiber Silas am Do 22 Sep 2011 - 7:35 bearbeitet; insgesamt 2-mal bearbeitet
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BeitragThema: Ein schöner Sonntagmorgen   Mi 7 Sep 2011 - 6:04

Kira: Ein schöner Sonntagmorgen

Es war ein wunderschöner Sonntagmorgen, als Kira aus dem Haus trat. Seine Eltern schliefen noch, obwohl die Sonne schon hoch am Himmel stand. Denn sie hatten am Abend vorher eine große Familienfeier gehabt und mit dem anschließenden Aufräumen und Abwaschen fast die ganze Nacht verbracht. Und um ehrlich zu sein, Kira hätte auch noch gerne ein paar Stunden im Bett gelegen, aber eine innere Unruhe trieb ihn förmlich hinaus.

Irgendwas war los heute. Es war ihm, als wenn ... ach was. Ärgerlich wischte er den Gedanken mit einer Handbewegung beiseite. Unheil! - Was sollte in ihrer Welt schon für ein Unheil geschehen?! - Außerdem war es noch nie passiert, dass einer aus dem Geschlecht der Sedanier ein Gespür für etwas Unheilvolles bekommen hatte. Erst recht nicht mit dreizehn Jahren. - Und doch...

Kira spitzte die Lippen und stieß einen besonderen Pfiff aus. Einen Pfiff, den nur einer kannte. Und der ließ sich Sekunden später aus den Wolken hören: "Kiaiiiiii-kjaiiii". Die Silhouette eines großen Vogels wurde am Himmel sichtbar, kreiste ein paar Mal über Kira und der große Habichtadler ließ sich auf Kira’s ausgestreckter Faust nieder.

"Na Aysha, schon gefrühstückt?"

Der große Greifvogel nickte ein paar Mal mit dem Kopf, als wenn er ihn verstanden hätte. Kira hatte ihn als kleines Federbündel vor zwei Jahren gefunden und seitdem waren sie unzertrennliche Freunde. Es war sogar, als wenn sie miteinander reden könnten, denn Aysha verstand jedes einzelne Wort und gab seine Antwort dadurch, indem Kira glaubte, eine Stimme in seinem Kopf zu hören. Natürlich war es nicht so, aber es war schön, sich sowas vorzustellen.

"Weißt du, was ich jetzt machen werde, Aysha?" – Als der Greifvogel wieder nickte, erklärte Kira es ihm: "Ich werde jetzt einen laaangen Spaziergang machen, bis zum Wald außerhalb der Stadt. Meine Eltern schlafen noch und werden sicher erst gegen Mittag munter werden, verstehste? Und bis dahin bin ich wieder zurück. Ich war schon lange nicht mehr im großen Wald. Begleitest du mich?"

Als Antwort darauf stieß Aysha ein kurzes "Kja-Kja" aus, breitete die Flügel aus und erhob sich in die Luft. Dabei drehte er so lustige Kapriolen, dass Kira laut lachen musste. Dann rannte er noch mal ins Haus und holte leise seine wichtigsten Sachen heraus. Er vergaß auch nicht, seinen Eltern einen Zettel hinzulegen und sich zwei Schnitten Brot einzupacken. Dann machte er sich auf den Weg.

Es war ein langer Weg. Aber für ihn, der er ein gut geübter Wanderer war und obendrein erst 13 Jahre alt, absolut kein Problem. Er liebte die Natur und war gerne draußen. Schon viele Wanderungen hatte er, entweder zusammen mit seinen Eltern oder seit letztem Jahr auch alleine, schon gemacht und war erst vor kurzem bis zu den Toren der nächsten Stadt gekommen. Reingetraut hatte er sich allerdings nicht so ganz, denn die Torwächter hatten alle so grimmig ausgesehen. Außerdem war Aysha dagegen gewesen und er hatte sich wieder auf den Heimweg gemacht. Aber der große dunkle Wald zog ihn immer besonders an. Es war schon immer so gewesen, obwohl die älteren Leute etwas Angst vor dem Wald hatten, vielleicht weil er eben so dunkel war. Aber er liebte es, diesen würzigen Duft nach Kiefern und Tannen einzuatmen. Und weiter oben auf einer kleinen Anhöhe war ja auch noch dieses kleine helle Buchen- und Eichenwäldchen. Inmitten von dunklen Tannen. Das war sein absoluter Lieblingsplatz. Von hier hatte er, über die Spitzen der Tannen hinweg, einen weiten Überblick über das Land. Ringsum erhoben sich immer wieder neue Hügel, denen neue Täler mit anderen Städten folgten, die er nicht sehen, aber erahnen konnte. Und in seinen Gedanken malte er sich die Städte in den Tälern aus, eine schöner und prunkvoller als die andere.

Kira beschleunigte seinen Schritt etwas, als ihm Menschen entgegen kamen. Sicher waren sie zur Thingstätte unterwegs, es war ja schließlich Sonntag. Schnell erreichte er das Stadttor und kein Torwächter interessierte sich für ihn. Das war nichts negatives, denn er kannte die Wächter ja alle. Und weil sie ihn kannten, winkten sie nur kurz mit der Hand und ließen ihn passieren. Aber kaum hatte er das Tor durchschritten, passierte ihm was Ungewöhnliches: er fiel der Länge nach hin. Das heißt: er strauchelte nicht über einen Ast oder einen Stein und erst recht nicht über seine eigenen Füße. Nein, er fiel einfach. Er lag auf dem Bauch und wusste nicht, warum.

Verwundert stand er auf, wischte sich den Staub von den Kleidern und drehte sich um. Warum war er gefallen?

Kira bückte sich, um den Boden genau zu untersuchen, denn er wusste genau, dass er nicht einfach so gefallen war. Es musste dort irgendwas sein, was seinen Fall verursacht hatte. Und richtig, dort blinkte etwas im Sonnenlicht. Er hob es hoch. Erstaunt zog er seine Augenbrauen hoch. Dieses Ding hatte das Aussehen eines Amulettes. Eines sehr alten Amulettes. Aber wieso konnte so ein Ding, was flach auf dem Boden lag und sicher schon von vielen Menschen getreten worden war, ihn zum Fallen bringen?!!!

Dann kam die zweite Merkwürdigkeit an diesem Sonntagmorgen. Denn kaum hatte er dieses merkwürdige Ding vom Boden aufgehoben, kam Aysha mit angelegten Flügeln auf ihn nieder gestürzt und versuchte aufgeregt, ihm das Amulett zu entreißen.

"Aysha, was soll das?! – Bist du verrückt geworden?" – Verzweifelt wehrte Kira den Angriffen des großen Greifvogels ab. Aber ohne Erfolg. Der Habichtadler, der eine stolze Flügelspannweite von über zweieinhalb Metern hatte, ließ Kira keine Chance.

"Verdammt noch mal", schrie Kira wütend, "wenn du das Glitzerding unbedingt haben willst, dann hier. Da hast du es!" – Wutentbrannt warf er das Amulett weit von sich, worauf Aysha es sich schnappte und sich wieder in die Luft erhob. – Verwundert schüttelte Kira den Kopf. Sowas hatte Aysha noch nie gemacht. Er hatte ihn ja sogar mutwillig angegriffen. Kira wusste, dass andere Vögel, darunter auch Elster, ganz scharf auf glitzernde Gegenstände waren. Aber Aysha? Dann hätte er doch noch viel früher die Gelegenheit dazu gehabt, denn seine Mutter trug ja auch viele glänzende Gegenstände als Kette um ihren Hals. Und da war Aysha noch nie drauf losgegangen.

Kopfschüttelnd setzte er seinen Weg fort. Und obwohl er sich auf den Wald freute, dachte er immer wieder über dieses Amulett nach. Warum war er gefallen? Oder hatte ihn das Amulett zurück gehalten? Warum war Aysha so hysterisch auf ihn und dem Amulett losgegangen? Was war mit dem Ding los? Und überhaupt: wo kam es her? Denn als er es zum ersten Mal betrachtet hatte, war es keine Arbeit von den Goldschmieden seiner Stadt gewesen. Also musste es von woanders her stammen. Und wie kam es hier her? Und noch einmal: wieso war er ohne Grund gefallen. Wegen dem Amulett? – Da schien wohl noch ein weit größeres Geheimnis dahinter zu stecken, als es momentan den Anschein hatte…


Zuletzt von Kira am Do 22 Sep 2011 - 7:27 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Jonal
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BeitragThema: Re: 2 - Erste Begegnungen   Mi 7 Sep 2011 - 11:00

Jonal hockte im tiefen Schnee nahe bei Naiiro und streichelte den Hals des goldenen Drachen. Tränen liefen über sein Gesicht. Aber er spürte, dass noch Leben in Naiiro steckte, Leben, dass irgendwie behindert wurde, ins Freie zu gelangen.

"Bitte Naiiro, komm wieder," schluchzte er. "Lass mich nicht im Stich. Du bist doch das Beste, was ich habe."

Während er still vor sich hinweinend so dasaß, wurde er auf einmal ruhiger und immer ruhiger - und unbewusst formten seine Lippen die Worte: "Du bist ich und ich bin du. Zwei Körper und eine Seele. Du und ich, ich und du. Zwei Seelen werden eins. Ich und du, du und ich..."

Und plötzlich spürte Jonal, dass ganz tief in ihm drinnen etwas am Erwachen war. Etwas Mächtiges. Er schaute auf seine Hände, die plötzlich von einer blauen Aura umgeben waren. Etwas war in ihm, was jetzt raus wollte. 'Magie,' schoss es ihm in den Sinn, 'Drachenmagie'.

Wie unter einem inneren Drang, der ihn voll und ganz beherrschte, legte er seine von blauer Magie strahlenden Hände auf die Augen und den Hals des Drachen. Wärme durchflutete ihn, bis er innerlich glühte und meinte, verbrennen zu müssen. Und immer wieder murmelte er die Worte: "Du und ich, ich und du". - Das Strahlen seiner Hände wurde intensiver und nahm Besitz von dem leblosen Drachenkörper, drang in ihm ein, sodass Naiiro von innen her zu erstrahlen begann...


Abrupt brach die Magie ab, Jonal sank erschöpft zusammen. Das letzte, was er noch vernahm, bevor er ohnmächtig wurde, waren die Worte Naiiro's:

"Was machst du da?! - Zum Schlafen haben wir jetzt keine Zeit. Auf mit dir..."


________________________________________


Stirbt der Reiter, stirbt auch sein Drache ...
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BeitragThema: Kira meckert und umgarnt mich   Do 8 Sep 2011 - 21:22

Schreiber Silas: Kira meckert und umgarnt mich


„Wieso hörst du auf zu schreiben?“ – Kira wurde etwas ungeduldig, als ich mich zurück lehnte und meine Finger massierte.

„Mein lieber Junge“, antworte ich ihm gequält, „ich muss ja schließlich aus deiner knappen Beschreibung eine ganze Geschichte schreiben. Meinst du nicht auch, dass das etwas anstrengt?“

„Ja und?“ meinte er schnippisch, „ist doch schließlich dein Job, oder?“

„Das war eine ganz freche Antwort, Kira. Und eine unverschämte dazu. Das brauche ich mir nicht gefallen zu lassen. Ich packe jetzt meine Sachen zusammen und dann gehe ich. Sieh doch selber zu, wie du deine Geschichte an den Mann bringst!“

Ich war, ehrlich gesagt, echt sauer. Ich versuchte, ihm den Gefallen zu tun, seine Geschichte zu schreiben und damit zu verbreiten, … und er?
Naja, er tat dann einfach das, was 10-11-12-13jährige am besten können und wir Erwachsene uns immer wieder davon erweichen lassen: Er trat hinter mich, legte seine beiden Arme über meine Schultern, drückte sein Gesicht an meinen stacheligen Ein-Tages-Bart und säuselte himmelsüß: „Ach Silas, du bist doch der Einzige, den ich habe. Und du weißt, dass ich dich niemals verletzen würde. Bitte-bitte, tu mir den Gefallen und schreib weiter. - Ja?“

Ich konnte nicht anders, musste sogar lächeln, atmete aber absichtlich laut und tief ein und wieder aus. „Na gut. - Aber du hast mir immer noch nicht erzählt, was mit dem Amulett los war.“

„Das kommt doch noch, mein Freund.“

Obwohl ich total beeindruckt war von den sanften Einschmeichelungsversuchen, löste ich mich aus der Umklammerung und setzte mich wieder auf. Kira richtete sich ebenfalls auf und lief zum Fenster, wo er lange hinaus blickte.

„Und was ist mit dem Wald?“ fragte ich ihn.

„Du meinst sicher, wie lange es gedauert hat. Oh, nur ne gute Stunde. Es ist zwar nicht so weit, aber es geht immer bergauf. Sollen wir da weiter machen, wo ich dann im Wald bin und dann zu diesem kleinen Hügel laufe, wo ich mich dann hinsetze und Aysha…“

„Moment, Moment“, unterbrach ich seinen Redeschwall. „So schnell kann ich nicht.“

„Und wo willst du weiterschreiben?“

„Ich denke, wenn im Wald selber nichts besonderes passierte, dann fangen wir beim Hügel an.“

Kira zuckt zusammen. „Dann kommt sicher auch das…“

Als er stockte und mich fragend ansieht, ergänze ich schnell: „… ja, genau das.“

Er seufzt und senkt den Kopf. „Ich weiß, das gehört dazu. Aber es ist schrecklich, immer wieder daran erinnert zu werden. Kannst du das verstehn?“

„Ja“, seufze jetzt auch ich. „Aber wenn du allen erzählen willst, was passiert ist, dann musst du da noch mal durch.“ - Ich will aufstehen, um zu ihm zu gehen und ihm Trost zu geben, aber er kommt mir zuvor.

„Na gut“, winkt er ab. „Dann also weiter im Eichenwäldchen in dem großen dunklen Wald. Schreibst du schon?“

Ich setze mich wieder. „Ja, ich bin soweit…“


Zuletzt von Schreiber Silas am Do 22 Sep 2011 - 7:35 bearbeitet; insgesamt 2-mal bearbeitet
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BeitragThema: Der Ruf aus der Vergangenheit   Do 8 Sep 2011 - 21:30

Kira: Der Ruf aus der Vergangenheit

Kira hatte den Wald durchquert, aber ein fröhliches oder sogar glückliches Gefühl überkam ihm heute trotzdem nicht. Trotz des würzigen Duftes, den er kraftvoll in seine Lungen zog. Dann erreichte er den Fuß des Hügels, der zum Eichen- und Buchenwäldchen führte. Er schaute immer wieder nach oben, ob sich Aysha dort am Himmel sehen ließ. Aber der Greifvogel blieb seit dem Ergreifen des Amulettes verschwunden. Zaghaft setzte Kira einen Fuß auf den ersten kleinen Felsen, der den Weg zur Hügelspitze versperrte. Auf der anderen Seite sprang er wieder hinunter und begann mit dem mühsamen Aufstieg. Er hätte auch den Hügel umrunden können, da wäre der Aufstieg bequemer gewesen. Aber Kira wählte diesen Weg, weil er kürzer war.

Oben angekommen, ließ er sich erstmal in den Schatten der nächststehenden Buche fallen. Dann zog er sein Butterbrot aus seinem Beutel, um erschreckt festzustellen, dass er vergessen hatte, etwas zum Trinken mitzunehmen. Er drehte sich um. Hier irgendwo in der Nähe musste doch eine kleine Quelle sein. Und richtig, man konnte schon das Rauschen hören. Kira stand auf und schaute nach oben, ob Aysha nicht doch wieder auftauchen würde. Dabei sah er am Horizont, dass der Himmel schwarz wurde. Nagut, dachte er, wenn ein Sturm kommt, bin ich im Wald sicher. Aber zuerst Wasser holen. Er stand auf, um gleich wieder wie erstarrt stehen zu bleiben. Das Rauschen war lauter geworden. Aber das konnte doch nicht sein, denn er war ja noch keinen einzigen Schritt gegangen. Kira blickte wieder nach oben. Auch die dunkle Wolke war größer geworden und schneller näher gekommen, als er gedacht hatte. Und je näher die Wolke kam und dabei immer größer und schwärzer wurde, desto lauter wurde auch das Rauschen. - Die Erkenntnis traf ihn wie einen Paukenschlag: Das Rauschen kam nicht von der kleinen Quelle, sondern von der Wolke. Und diese Wolke war keine normale Wolke, sondern…

In Panik ließ sich Kira wieder auf den Boden fallen und robbte in den Schatten der großen Eiche, die am Rand der Hügelspitze stand. Dort presste er sich an den dicken Stamm und hoffte, nicht entdeckt zu werden. Erzählungen seiner Eltern, Großeltern und Urgroßeltern tauchten hinter seiner Stirn auf. Von wilden Wesen außerhalb des großen Wassers. Dunkle geflügelte Ungeheuer, die über das große Wasser kamen, um kleine Kinder zu fressen.

Die Wolke kam immer schneller näher, das Rauschen wurde immer lauter. Jetzt kam der Sturm, der schon kleine Äste von den Bäumen knickte. - Und dann war es urplötzlich dunkel und ein Orkan fegte über den Hügel. Kira schaute nach oben und der Schrei blieb ihm in der Kehle stecken: Drachen. Riesige tiefschwarze Monster, wie von seinen Großeltern beschrieben. Kira schloß die Augen und presste sich näher an den Stamm der Eiche, um von dem Sturm, der von den Flügeln dieser Drachen verursacht wurde, nicht weggefegt zu werden. - Aber schneller, als er erwartet hatte, waren die Drachen über ihn hinweg gezogen und die Sonne erhellte seine Umgebung wieder.

Lange Zeit blieb er schweigend am Baum gelehnt sitzen. Dann stand er auf und beobachtete die jetzt kleiner gewordene Drachen-Wolke, wie sie in Richtung…

„Nein!“ schrie er lauthals hinaus. „Nein! – Nicht die Stadt!!!“

Sein Schrei verebbte über den großen dunklen Tannen. Gleichzeitig sah Kira, wie über dem Tal, wo seine Stadt lag, große dunkle Rauchwolken zum Himmel stiegen. Kurz danach sah er auch vereinzelt riesige rotgelbe Flammen aufsteigen. Sein Gesicht war binnen kurzer Zeit nass von Tränen. Er wusste, ohne es gesehen zu haben, was passiert war. Schluchzend sank er zu Boden und verbarg sein Gesicht in den Armen.

Lange Zeit zum Trauern blieb ihm allerdings nicht. Denn schon war wieder das Rauschen der Schwingen zu hören: die Drachen kamen zurück. Suchten sie jetzt ihn? – Aber statt sich wieder zu verstecken, richtete er sich diesmal auf. Er wollte diese Scheusale genauer sehen.

Die Drachen kamen näher. Jetzt waren sie fast über ihn. Und Kira erstarrte zum zweiten Mal, als er sah, dass diese Drachen … beritten waren. - Mit jeweils einem Reiter in tiefschwarzen Gewändern mit einem Helm, der aussah, wie … auf dem Amulett. - Kira verfluchte insgeheim Aysha, der ihm das Amulett geklaut hatte. Und es geschah noch etwas anderes mit ihm, als die Drachen über ihn hinweg zogen: aus seiner Trauer wurde zuerst Verzweiflung. Aber dann entwickelte sich daraus eine Wut, die immer stärker wurde.

„Ihr verfluchten Bestien! Was habt ihr getan?!!!“

Schnell schnappte er sich seinen Beutel und rannte, so schnell er konnte, durch den Wald auf seine Stadt zu. Schon bevor er den Weg zwischen Wald und Stadttor einschlug, kam ihm der Brandgeruch entgegen. Er rannte schneller. Sein Herz schlug ihm dabei bis zum Hals. - Kira presste sich ein Tuch vor die Nase, als er durch das Stadttor rannte, wo keine Wärter mehr zu sehen waren. Und blieb abrupt stehen.

Seine Stadt war keine Stadt mehr. Vor ihm breitete sich das größte rauchende Trümmerfeld aus, was er je gesehen hatte.

Kira sank in die Knie. Aber er konnte nicht mehr weinen. Schon jetzt war seine Wut so groß, dass er zu keiner Trauer mehr fähig war. Dennoch zuckte er zusammen, als ein erneutes Rauschen zu hören war und Aysha in einiger Entfernung vor ihm landete. Er hüpfte zaghaft auf Kira zu und ließ etwas vor ihm fallen. Kira griff danach und erstarrte. Es war das Amulett, was er vor dem Stadttor gefunden hatte, als er gefallen war.

Kira betrachtete es etwas näher. Es war aus Gold gearbeitet und trug auf der Vorderseite eine Gravur, die aussah wie der Helm des Drachenreiters. Dann entdeckte er den verborgenen Mechanismus. Das Amulett ließ sich also öffnen. Zaghaft drückte er mit der Nagelspitze seines kleinen Fingers auf den Miniknopf, der Deckel öffnete sich … und Kira ließ das Amulett erschreckt fallen, als eine Stimme ertönte: „Hallo, wer ist da?“

Kira schaute sich nach allen Seiten um, obwohl er schon wusste, dass die Stimme aus dem Amulett gekommen war. Zögernd nahm er das Amulett wieder auf: „Bist du DA drin?“

„Nein“, antwortete die Stimme. „Ich weiß nicht, wo ich bin. Bist du einer der Schwarzen Reiter?“

„Nnnein…“, stotterte Kira, „ich bin Kira aus dem Geschlecht der Sedanier. Mein Name ist Kira. Und wer bist du?“

„Mein Name ist Silbermond und ich bin der König der Elben. Du sagst, du wärst Sedanier. Bist du verwandt mit Jonal, dem Reiter des Goldenen Drachens?“

„Ja!“ antwortet Kira verwundert. „Er ist mein direkter Vorfahre. Aber er lebte vor über 10.000 Jahren. Woher weißt du von ihm?“

„Er ist mir schon oft begegnet. Dann bist du also ein Junge aus der Zukunft?“

Kira schüttelt ungläubig mit dem Kopf: „Das weiß ich nicht. Ich lebe jetzt und hier. Aber was machst du da, und wieso kann ich mit dir reden?“

„Ich glaube, das scheint dann wohl eine längere Geschichte zu sein. Wenn du Zeit hast, erzähle ich dir etwas mehr.“

Kira nickte und lehnte sich zurück. Dann hörte er sich die unglaublichste Geschichte an, die er je gehört hatte…


Zuletzt von Kira am Do 22 Sep 2011 - 7:28 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Mor'anh
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BeitragThema: Re: 2 - Erste Begegnungen   Sa 10 Sep 2011 - 8:31

Mor’anh brauchte einen Tag und eine Nacht, um die Gipfel der blauen Berge zu erreichen. In weiter Ferne sah er am höchsten Gipfel einen gewaltigen Schneesturm toben und war froh, diesen Umweg genommen zu haben. Jetzt durfte er aber nicht ausruhen, sondern musste sich an den Abstieg machen. Und der war nicht minder gefährlich.

Die gehörnten Pferde der Alnei, die Davlani, sind sehr widerstandsfähig und so dauerte es nicht lange, bis er auf einem kleinen Felsvorsprung unter einer Felsengebirgs-Tanne stand und über eine riesige waldbedeckte Ebene schaute, die ihn, was er zu diesem Zeitpunkt noch nicht wusste, in das Land Thoranien bringen würde.

Er klopfte seinem Davlani Racho auf den Hals. „Da müssen wir durch, Racho. Und zwar auf dem kürzesten Weg, damit wir Jonal und Naiiro noch einholen können. Verstehst du?“

Racho wieherte und nickte mit dem Kopf, als wenn er ihn verstanden hätte. Dann setzte er sich vorsichtig in Bewegung, um die blauen Berge zu verlassen.
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BeitragThema: Noch mehr Geheimnisse und Rätsel   Fr 16 Sep 2011 - 2:23

Schreiber Silas: Noch mehr Geheimnisse und Rätsel


„Und dann hat er dir wirklich alles erzählt?“ frage ich, als Kira eine Pause macht.

„Ja.“ Kira nickt bedächtig. Dann schüttelt er energisch den Kopf. „Nenee. Das meiste wusste ich damals ja noch gar nicht! - Aber ich wusste dadurch viel mehr.“

Ich hatte die Geschichte zwar schon einmal in kurzen Zügen gehört, aber etwas erstaunt mich doch wieder neu: „Du sagtest, das wäre ein Elbenkönig gewesen?“

„Ja, Silberglanz heißt er.“

„Aber soviel ich weiß, sind Elben oder Elfen doch Fabelwesen oder mythologische Sagengestalten!“

Kira lächelt: „Das habe ich auch immer geglaubt. Heute weiß ich es besser.“

„Bist du ihm denn noch begegnet?“

„Ja, aber das kam ja viel viel später.“

Ich schaue Kira erstaunt an. „Wie funktioniert denn das?! Du sagtest doch, dass er aus der Vergangenheit gesprochen hätte…“

„… da bringst du etwas durcheinander“, unterbricht Kira mich. „Er lebt zwar in der Vergangenheit, war aber in meiner Zeit irgendwo gefangen. Deshalb konnte er mich ja auch fallen lassen, als ich das Amulett zum ersten Mal fand. Erinnerst du dich, wo Aysha mir das Ding wegschnappte?“

„Hmm“, mache ich, denn irgendwas ist mir noch unklar. „Stellen wir noch mal zusammen: Du kommst aus meiner Zukunft und erzählst mir in meiner Gegenwart deine Geschichte, die du erlebt hast. In der Zukunft, also meiner, oder in der Vergangenheit?!“

„Psst, das darfst du jetzt noch nicht schreiben. Die lesen doch alles mit, was wir uns hier erzählen. Die Leute sollen doch noch nicht alles wissen. Kommt alles später.“ – Kira ist ziemlich aufgeregt geworden.

Nagut“, lenke ich ein. „Aber dann müssen die Leute auch wissen, was mit deinen Eltern geschehen ist.“

So ein Mist. Hätte ich bloß nicht diese Frage gestellt. Denn kaum hatte ich das Wort Eltern ausgesprochen, werden seine Augen wieder feucht. Aber er fängt sich erstaunlich schnell wieder, ergreift ein Taschentuch und schneuzt ziemlich laut. Ich will noch etwas sagen und um Entschuldigung bitten, aber Kira winkt ab:

„Schon gut. - Dann schreib das eben, wenn es sein muss. Aber du musst dann auch dazu schreiben, dass ich keine Überreste gefunden habe.“

„Was? - Keine Überreste?“ - Das erstaunt mich doch etwas mehr, als ich zugeben möchte. „Nichts? Auch keine Knochen oder so?“

„Nein. Nichts. - Aber jetzt fang wieder an zu schreiben. Sonst werden wir ja nie fertig.“

„Okay. Also wo anfangen?“

„Wo ich die verbrannte Stadt durchsuche…“



Zuletzt von Schreiber Silas am Do 22 Sep 2011 - 7:34 bearbeitet; insgesamt 2-mal bearbeitet
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BeitragThema: Verblüffende Feststellungen   Fr 16 Sep 2011 - 2:29

Kira: Verblüffende Feststellungen

Kira ließ den Deckel des Amulettes geöffnet, als er sich erhob, um die verkohlten Überreste seines einstigen Zuhauses zu untersuchen. Er hatte zwar Aysha dabei, der auf seiner rechten Faust saß, aber alleine schon die Anwesenheit eines weiteren Wesens, auch wenn es ein Elbe war und in einem Amulett steckte, machte es ihm schon leichter, den Gestank des Todes zu ertragen. Er drang tiefer in die Stadt ein, und umso näher er seinem Haus kam, desto mehr zitterten seine Beine. Was würde er dort vorfinden?

Es war gründliche Arbeit gewesen, die diese schwarzen Drachen verrichtet hatten. Jedes Haus war nicht nur vernichtet, sondern es war praktisch weg. Das heißt, nicht gänzlich weg, denn das Fundament und die verkohlten Überreste waren ja noch da. Aber nirgends war zu erkennen, dass es mal ein Haus gewesen war. - Gänzlich weg war nur sein eigenes Haus!

Kira erstarrte. Denn dieses Haus war wirklich weg. Statt des Hauses war da ein rechteckiger Umriss verbrannter tiefschwarzer Erde. Nichts deutete darauf hin, dass hier mal ein Haus gestanden hatte. Und das Erstaunliche daran war, dass dieser Fleck, wo einst das Fundament, der Keller, das solide aus Backsteinen erbaute Haus seiner Eltern gewesen war, dass dieser Fleck scheinbar im Mittelpunkt der Zerstörung gestanden hatte. Denn sogar der Rasen davor war nicht mehr da und der Boden kahl und mit einer glasigen Schicht bedeckt. Es schien sogar, als hätte man die Stadt nur verwüstet, um dieses Haus und seine Bewohner zu vernichten. Aber warum?

Und noch etwas sehr wichtiges fiel Kira auf und er drehte sich noch mal um sich selbst, um seine Theorie bestätigt zu bekommen. Er nickte und ein kleiner Hoffnungsschimmer trat in seine Gedanken. Er nickte noch einmal: „Ist dir aufgefallen, Aysha, dass in jedem Haus Skelette liegen, genauso viel, wie in dem Haus wohnten? Sogar die Tiere liegen alle als verkohlte Skelette herum.“

Aysha nickte und Kira schaute ihn an. „Verstehst du, Aysha? - Alle Menschen unserer Stadt sind verbrannt und nur ihre Knochen liegen hier noch rum. – Nur in unserem Haus liegt nichts.“ – Aysha krächzte. – „Ja ich weiß, Aysha.“ Kira streichelte ihm über sein Gefieder. „Unser Haus ist weg und alles, was da drin war. Auch meine Eltern.“ – Kira drehte sich noch mal um und zeigte mit der freien Hand über die Stadt: „Schau mal Aysha. Überall verkohlte Ruinen mit Knochen drin. Überall. Nur hier nicht!“

Aysha schaute Kira direkt in die Augen, als wartete er darauf, dass Kira weiter sprach. Und Kira verstand: „Du meinst, dass meine Eltern noch leben könnten?“ – „Das könnte gut möglich sein“, hörte er wieder die Stimme aus dem Amulett. Kira erschrak schon wieder. Er musste sich erstmal an diese piepsige Stimme eines Mannes aus einem Amulett gewöhnen. „Wieso meinst du das?“ fragte er zurück. Aber der Mann, der Silberglanz hieß und ein Elbe war, stellte eine Gegenfrage:

„Was für Völker leben hier sonst noch?“

„Wenn du die Thora meinst…“

„Die Thora?“, unterbrach Silberglanz ihn. „Leben die Thora hier?“

„Jjja“, antwortete Kira zögernd. „Sie leben jenseits der großen Schlucht, die vor einigen Jahren durch ein Erdbeben entstanden ist. Früher, als ich noch klein war, konnte ich noch zu ihnen und mit ihnen spielen. Wieso fragst du?“

„Weil es in der Zeit, wo Jonal, also dein Vorfahre, lebte, auch diese kleinen Wesen gab. Ronel war einer der großen Anführer.“

Kira staunte: „Ronel, so heißt auch mein Freund bei den Thora. Und Minto.“

Silberglanz lachte laut auf: „Das wird dem Ronel sicher freuen, dass sein Volk überlebt hat und 10.000 Jahre später einer seiner Kindeskinder und Nachfahren wieder Ronel heißen wird und mit einem Freund spielt, der Minto heißt!“ – Dann wurde er wieder ernst. „Du musst zu ihm. Vielleicht wissen die Thora etwas über die Drachen.“

„Wie soll ich das denn machen, eh? Die Schlucht ist breit, da komme ich nicht rüber!“

„Wir werden schon eine Möglichkeit finden“, antwortete Silberglanz selbstbewusst. „Und dann musst du auch feststellen, wo ich bin!“




Zuletzt von Kira am Do 22 Sep 2011 - 7:29 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Die Reise beginnt   Do 22 Sep 2011 - 6:32

Schreiber Silas: Die Reise beginnt


„Moment“, unterbreche ich Kira. „Willst du damit sagen, dass sich die Geschichte wiederholt?“

„Nein, das nicht grade“, lenkt Kira ein. „Aber ist es nicht witzig, dass meine Vorfahren und die Vorfahren von Ronel sich auch schon gekannt haben?“

Ich überlege und stehe auf. Ich muss mir mal kurz die Beine vertreten. „Ja“, antworte ich dann gequält, „vor über 10.000 Jahren! Und was soll das beweisen?“

Kira schaut mich an. „Dass das Geheimnis dort irgendwo verborgen war. Ist doch klar, oder?“

„Naja, mein Lieber“, antworte ich gedehnt. „So klar ist das auch wieder nicht.“

„Und wieso nicht?“

„Woher wolltest du wissen, ob die anderen darüber etwas wissen. Außerdem tut mir dieser Silberglanz noch etwas zu geheimnisvoll. Wo ist er! Der wird doch schwerlich in dem Amulett eingeschweißt sein. Der muss doch irgendwo stecken. Und noch was: warum konnte er dir nicht erzählen, was Sache ist.“

Kira klopft mir freundschaftlich auf die Schulter und lächelt dabei. „Das kommt ja noch. Zuerst mal: schreib da mal weiter, wo ich zu den Thora gehe.“

Ich setze mich wieder. „Also gut. Dann fang an…“

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BeitragThema: Kira macht sich auf dem Weg   Do 22 Sep 2011 - 7:41

Kira macht sich auf den Weg


Es dauerte nicht lange, da hatte Kira die Schlucht erreicht. Sie war größer, als er sie in Erinnerung hatte. Die Länge war nicht abzuschätzen, denn die Schlucht zog sich zu beiden Seiten bis zum Horizont. Die Breite war schätzungsweise … na, vielleicht drei Meter? Das könnte noch zu machen sein, wenn er einen langen Baum finden würde. Sorge aber machte ihm die Tiefe. Vorsichtig lugte er in die tiefschwarze Schlucht, und ein Grauen überkam ihm, als er einen Stein fallen ließ und darauf wartete, dass dieser unten ankam. Kein Laut ertönte. Seufzend erhob er sich wieder und lief einige Zeit zuerst nach links und dann nach rechts, um die kürzeste Entfernung zum anderen Ende zu finden. Endlich hatte er die richtige Stelle gefunden. Und wie es der Zufall so wollte, lagen auch einige abgeknickte lange Baumstämme in einem Wäldchen, worüber vor nicht langer Zeit sicher ein Orkan gewütet hatte. Wenn er jetzt einen der Stämme zur Schlucht ziehen, diesen Stamm aufrichten und dann über die Schlucht werfen würde, dann hätte er eine Brücke.

Sofort machte er sich an die Arbeit und suchte einen langen Stamm aus mit kräftigen Wurzeln und einer ausladender Krone. Unter Ächzen und Stöhnen zog er den Stamm zur Schlucht, positionierte den Wurzelballen sicher am Rand, richtete ihn auf und ließ ihn fallen. Der Stamm fiel auf die andere Seite, streifte mit der Krone die Felsen auf der gegenüberliegenden Seite der Schlucht und … rauschte in die Tiefe.

„So ein Mist“, fluchte Kira. „War zu kurz. Na, dann noch mal.“

Ein etwas längerer Stamm fiel ihm auf, als er das Wäldchen noch mal durchsuchte. „Das ist er“, murmelte Kira und schleppte diesen Stamm, der erheblich schwerer als der erste war, zur Schlucht. Dann das Ganze noch einmal: Wurzeln richtig hinlegen, aufrichten und einen Schups geben.
Diesmal aber merkte er, dass hier etwas schief ging. Denn er hatte dem Stamm zuviel Schwung gegeben. Kira drohte, vorne rüber zu kippen, in die Schlucht zu fallen. Er kreischte angstvoll auf und ruderte wild mit den Armen. Aber es nutzte nichts, er kippte unweigerlich nach vorne und …

In diesem Moment stürzte Aysha mit einem wilden „Kjaiiii“ und angelegten Flügeln vom Himmel herunter auf Kira zu, breitete kurz die Flügel aus und stieß Kira im vollen Anflug mit den Krallen gegen die Brust. Durch diesen Aufprall taumelte Kira wieder zurück und fiel auf den Rücken. Schwer atmend hob er seinen Kopf, starrte Aysha an, der immer noch auf ihn hockte, tastete seine Brust ab, wo jetzt blutige Krallenspuren zu sehen waren, und sandte ein Stoßgebet nach oben: „Danke, du hast mir das Leben gerettet!“ Dann streichelte er Aysha über das Gefieder. „Danke Aysha, du erst recht. Ich danke dir, mein Freund!“

Immer noch zitternd von der Gefahr, aus der ihn Aysha gerettet hatte, erhob er sich langsam, um sich sein Werk zu betrachten. Der Baumstamm lag quer über die Schlucht und Wurzeln sowie Krone hatten sich jeweils in den steinigen Boden festgekrallt. Das könnte jetzt klappen, aber so ein Missgeschick wie vorhin durfte ihm nicht noch mal passieren.

Zögernd setzte er einen Fuß über die größte Wurzel hinweg, kletterte dann über die nächsten und setzte sich auf den Stamm. Nach unten schauen durfte er nicht, denn dann würde er schwindelig werden. Also richtete er seinen Blick auf den Stamm und begann, vorsichtig weiter zu rutschen.

Der Stamm wurde langsam glitschig. Das hatte er nicht bedacht. Aber weiter vorne waren Äste, woran er sich festhalten konnte. Dann durchzuckte ihm ein Gedanke: er musste ja über die Äste rüber. Und wenn es dort noch glitschiger wäre in dem Moment, wo er sich am Ast entlang einen Weg bahnte? Kaum hatte er den Gedanken zuende gedacht, passierte es: er rutschte mit dem rechten Bein weg. Geistesgegenwärtig schnappte er sich mit der anderen Hand einen weiteren Ast und zog sich wieder hoch. Schnaufend und aus allen Poren schwitzend blieb er erstmal eine Zeitlang sitzen. Er musste vorsichtiger sein. Aber weiter vorne wurden die Äste ja auch kleiner, sodass er nicht halb aufstehen musste, um hinüber zu gelangen. Stück für Stück kroch er auf diese Art seinem Ziel, der Krone des Baumes, immer näher.

Nur noch ein halber Meter trennte ihn vom anderen Rand der Schlucht, als er sich verwundert aufrichtete. War er gerade mit dem Baumstamm zusammen nach unten gerutscht? - Er schaute nach vorne. Richtig, die Spitze des Stammes lag jetzt etwas tiefer. Kira versuchte, sich zu beruhigen. Denn wenn er jetzt in Panik geraten würde, dann wäre es aus mit ihm. Trotzdem: sein Gewicht würde ihn immer weiter nach unten ziehen, bis dass die Spitze endgültig abrutschte, und er mit.

Vorsichtig legte er sich auf den Bauch, drückte die Äste, die ihm im Wege standen, vorsichtig zur Seite und kroch weiter. – Noch ein Rutsch nach unten!!! – Er würde es nicht schaffen. Nicht, wenn er jetzt nicht alles riskieren und den Sprung nach vorne wagen würde.

Vorsichtig stand er auf, spannte seine Beinmuskeln an, konzentrierte sich kurz auf den Rand der Schlucht, ging in die Hocke … und sprang.

Sein Sprung war gut ausgeführt. Leider nicht so gut, wie er gehofft hatte. Denn er erwischte nicht den oberen Rand, sondern nur einen kleinen Felsvorsprung, während der Baumstamm unter ihm in die Tiefe rauschte und dort verschwand. Kira versuchte verzweifelt, sich an den Fingerspitzen höher zu ziehen. Ohne Erfolg. Seine Füße baumelten über den Abgrund und seine Fingerspitzen fingen langsam an zu lahmen. – Er brauchte sich nichts vormachen: sein letztes Stündlein hatte geschlagen. Er würde gleich loslassen müssen, und dann …

Langsam wich die Kraft aus seinen Fingern. Kira schloss die Augen, als die Tränen kamen, und flüsterte leise schluchzend ein Gebet. Seine Finger gaben nach und Stück für Stück rutschten sie vom Felsen. Er spürte noch, wie sich seine Haut an den Fingern abschürfte und er los ließ ... und ganz plötzlich einen stahlharten Griff um sein linkes Handgelenk, der ihn höher zog und auf den Boden absetzte. Dabei erklang eine tiefe Stimme: „Jüngelchen, Jüngelchen. Was machst du bloß für dumme Sachen?!!“

Kira schlug die Augen wieder auf. Vor ihm stand ein Mann, ein Riese von solcher Größe, wie er ihn noch nie gesehen hatte. „Wer bist du?“ fragte er den Riesen zaghaft.

Der Riese lachte laut auf. „Ich bin Tymir. Aber das kannst du ja nicht wissen, wenn du von drüben kommst. – Was wolltest du mit dieser Kletterei überhaupt beweisen?!!!“

Kira stand auf und sah sich den Riesen an, der ihn mindestens um zwei, wenn nicht sogar drei Manngrößen überragte. Er hatte ein wildes Aussehen, trug einen Vollbart und einen Fellumhang, der bis zum Boden reichte. „Danke, dass du mich gerettet hast. Und ich wollte auf diese Seite, weil ich zu den Thora wollte.“

Der Riese Tymir lachte wieder auf. „Ach Jüngelchen. Das hättest du auch einfacher haben können. Wenn du gerufen hättest, wäre ich rüber gesprungen und hätte dich geholt. – Also komm, dann bringt dich der Onkel Tymir zu den Thora.“

Mit einem Griff packte Tymir Kira bei der Hüfte, klemmte sich ihn unter die Arme und lief auf Riesenschritten ins Landesinnere.




Zuletzt von Kira am Fr 23 Sep 2011 - 1:53 bearbeitet; insgesamt 2-mal bearbeitet
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BeitragThema: Kira bleibt rätselhaft   Fr 23 Sep 2011 - 1:26

Schreiber Silas: Kira bleibt rätselhaft


Ich lehne mich erschöpft zurück. „Mann, war das ein Ding. Du hättest da ja auch in die Schlucht fallen können. Und dann wärst du mausetot gewesen und…“

„Ja, ich weiß“, unterbricht Kira mich und zuckt mit den Schultern. „Hatte vielleicht nen Schutzengel oder sowas.“

„Oder sowas???“ - Ich bin empört und kann mich über die Gleichgültigkeit der Jugend nur immer wieder aufregen. „Aber wenn du da jetzt tatsächlich runter gefallen wärst und dich nicht dieser Riese gerettet hätte, was dann…!“

Kira lächelt: „Dann wäre ich jetzt nicht hier und könnte dir das alles nicht erzählen.“

„Tolle Logik“, erwidere ich brummig. „Und dieser Riese … der muss dann ja mindestens fünf Meter groß gewesen sein. Gibt es da mehr von dieser Sorte? Da könnte man sich ja glatt das Taxi sparen.“

„Nein.“ Kira lacht, wird aber gleich wieder ernst. „Er erzählte mir, er wäre der letzte seiner Gattung. Aber irgendwo sollten noch welche existieren.“

„Aha. Jetzt kommen wir der Sache schon näher. Und wo sollten die anderen sein?“

Kira geht wieder zum Fenster und schaut hinaus. „Er wusste es nicht. Er meinte aber, die wären mal alle entführt worden von den schwarzen Drachen…“

Ich werde hellhörig und richte mich auf. „Von den schwarzen Drachen? Vielleicht von denen, die du gesehen hast?“ – Ich muss meine Meinung über die Gleichgültigkeit der Jugend schnellstens berichtigen. Denn was Kira mir die ganze Zeit erzählt, hat mit Gleichgültigkeit nicht das Geringste zu tun.

Kira nickt. „Ja, genau diese Drachen. Aber das wusste ich ja erst viel später, als ich mit Ronel und noch viel später mit den lustigen Zauberern und den Eisblutigen gesprochen hatte.“

Ich schüttle verständnislos den Kopf. „Eisblutige? Wer sind denn die schon wieder?!“

Kira schaut mich entschuldigend an. „Entschuldigung. Das war etwas zu früh. Ich glaube, ich erzähle zuerst davon, wie ich im Dorf der Thora angekommen bin. Oder?“

Ich kann nur nicken. „Ja, das wäre allerdings das Beste. - Also geht es dort weiter, wo der Riese dich unter dem Arm mitnimmt und…“

„Genau“, bestätigt Kira.

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BeitragThema: Geheimnisse beim Volk der Thora   Fr 23 Sep 2011 - 22:59

Kira: Geheimnisse beim Volk der Thora


Die Reise unter den Armen des Riesen Tymir war zwar ziemlich unbequem, weil es so dermaßen schaukelte, dass es Kira dabei fast übel wurde. Aber sie war schnell. Mit wahrhaftigen Riesenschritten erreichten sie sehr bald das liebliche Tal der Thora.

Jetzt muss man sich so ein Dorf der Thora nicht so vorstellen, wie es andere Dörfer sind und aussehen wie große Siedlungen mit Backsteinhäusern. Wer so denkt, hat die Zeit verfehlt und befindet sich in Gedanken sicher im Mittelalter der Erdgeschichte, womöglich noch mit großen Burgen am Bergeshang und Kathedralen in der Mitte mit gepflastertem Innenhof und emsig herumlaufenden Mönchen, die immerwährend im Gebet versunken kleinen Kindern Strafen aufbrummen, weil sie mal wieder nicht am arbeiten sind und stattdessen lieber spielen.

Nein! - Ein Dorf der Thora sieht man von weitem eigentlich … nicht. - Es besteht, wenn man es genauer betrachtet, eigentlich nur aus vielen kleinen Hügeln, Smial genannt, wo man erst beim genaueren Hinsehen eine fast liegend eingebaute Tür erkennen kann.

Und aus einer dieser Türen trat in genau diesem Moment, als sich Tymir mit dem unter seinen Armen zappelnden Kira näherte, der Häuptling, der ebenfalls Ronel hieß, ins Freie und trat dem Riesen entgegen. Nebenbei bemerkt war der Häuptling sehr stolz, dass er den Namen seiner Vorfahren trug und diesen Namen an seinen Sohn weiter vererben konnte. Und das sah man auch an seinem Auftreten, der Würde ausstrahlte.

„Hallo Tymir. Hast du uns einen Gast mitgebracht?“

Tymir knurrte freundlich. „Das siehst du doch. Er kommt von der anderen Seite aus Sedanien.“

Als der Name Sedanien fiel, fiel auch eine Klappe des nebenstehenden Smials zur Seite und ein kleiner Thora schaute hinaus. „Sedanien? – Sag, wer ist es?!“

Tymir setzte Kira ab. „Ich bin’s“, rief Kira erfreut, rieb sich die schmerzende Hüfte und eilte auf die offen stehende Klappe zu.

„Kira! – Minto, Kira ist hier!“ – Ronel Junior schloss hastig die Klappe, öffnete die Tür und stürmte mit offenen Armen auf Kira zu. Die beiden Freunde umarmten sich und tanzten dann umeinander herum, wo Minto sich freudestrahlend anschloß, aber plötzlich stehen blieb.

„Wieso bist du hier? Und was ist passiert? Und wie kommst du hier her? Und …“

Kira unterbrach Minto’s Fragen lachend. „Das erzähle ich euch alles noch. Kommt mit.“



Es wurde schon Nacht, als Kira seinen Freunden alles erzählt hatte. Dabei merkte er, dass Ronel immer nachdenklicher wurde. Schließlich wurde es ihm zu bunt und er fragte Ronel, warum er so schweigsam wurde.

Ronel seufzte. „Weil ich weiß, wer die schwarzen Teufel sind.“

Kira erstarrte. „Du weißt es???“

„Ja, weil sie über uns hinweg geflogen sind mit ihren schwarzen Drachen.“ – Dann wurde er heftiger. „Kira, wenn die es auf dich abgesehen haben, dann bist du verloren!!!“

„Wieso sollten die es auf mich abgesehen haben?! Ronel, du verschweigst mir doch etwas.“

„Kennst du die Legende von Exon, dem Drachen, der vor unserer Zeit lebte und von unseren Vorfahren vernichtet wurde?“ mischte sich Minto ein. „Und da gab es auch einen Spider. Und dein Vorfahre, der Jonal, hat mit seinem Drachen Naiiro und unseren Vorfahren, die genauso heißen wie wir, diese Teufel der Unterwelt besiegt, indem sie das Amulett vernichteten. Kennst du die Legende?“

Kira schwieg einen Augenblick. „Ja, ich kenne sie. Aber Minto, das ist nur eine Legende aus uralten Zeiten!“

Ronel nickte. „Eben. Nur eine Legende. Aber der Fluchwald – ich meine unseren heutigen, nicht den vor zigtausend Jahren – der ist wieder leer. Und die Elben sind jetzt alle weg.“

Kira erschrak, als er das Wort Elben hörte. „Die Elben sind weg, sagst du? Ich habe einen bei mir“, erwiderte er leise. Dann holte er das Amulett hervor.

Ronel und Minto stießen einen lauten Schrei aus und wichen angstvoll zurück. „Das ist es! Das ist es!“ keuchte Ronel entsetzt. „Wo hast du es her?!!! – Es ist doch vernichtet worden!!!“

„Ich habe es gefunden“, antwortete Kira und zuckte mit den Schultern. „Und … da ist jemand drin.“ Langsam öffnete er den Deckel des Amuletts. Aber diesmal war es leer. Kein Silberglanz erschien. „Komisch. Vorhin war noch Silberglanz drin“.

„Silberglanz?“ Minto war ganz aufgeregt. „Ronel, die Legende…“

„Ja, ich habe es gehört“, entgegnete Ronel und legte seine Stirn kraus. Dann murmelte er leise: „Ob an den Legenden etwas dran ist?“

Kira schüttelte den Kopf. „Legenden. Ich höre immer nur Legenden. Kann mir bitte einer mal erzählen, was ihr damit meint?“

Minto schaute Ronel an. Der nickte und Minto erklärte seufzend: „Dann musst du mitkommen in unsere Bibliothek. Dort kannst du alles erfahren über Exon, dem Bruder von Naiiro. Und auch, was damals geschah. Mit unseren Vorfahren, mit deinen Vorfahren, den Elben, dem Amulett und auch…“

Als Minto stockte, fragte Kira zaghaft: „Und auch … was!?!“

Ronel antwortete an Minto’s Stelle: „Das, was wahrscheinlich deine Aufgabe ist…“


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Jonal
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BeitragThema: Re: 2 - Erste Begegnungen   Di 27 Sep 2011 - 5:16

Jonal erwachte langsam aus seiner Bewusstlosigkeit, blinzelte ein paar Mal und hielt sich den Kopf, weil ihn schreckliche Kopfschmerzen plagten.

„Na, ausgeschlafen?“ hörte er eine heitere Stimme über sich, schaute nach oben und war außer sich vor Freude. „Naiiro! Du lebst ja?!“

„Ja, was sollte ich denn anderes tun?“ Er machte eine kleine Pause und schaute Jonal andächtig an. „Und das war sehr mutig von dir, mich mit Drachenmagie zu heilen.“ Dabei senkte er Kopf und Stimme und brummte mit seiner ruhigen tiefen Stimme: „Danke … mein Freund!“

„Ach, das war nur ‘n Klacks.“ Jonal senkte den Kopf und starrte auf seine Hände. „Aber wieso kann ich plötzlich Drachenmagie?!“

„Das hast du doch immer gekonnt. Weißt du nicht mehr, als wir um das Medaillon gekämpft haben?“

„Ja sicher. Aber das war mit dir und mit deiner Kraft…“

„Du bist der Drachenreiter“, unterbrach Naiiro ihn. „Und du hast die magischen Kräfte seit deiner Geburt an in dich. Du musst sie nur noch in dir finden und beherrschen lernen.“

„Du meinst…“

„Ja, das meine ich“, nickte Naiiro schmunzelnd. „Und jetzt sitz auf. Ich will von diesem Berg runter. Mir wird schon ganz kalt.“

„Dann fliege aber lieber zuerst zum Alten Turm.“

„Nicht zu den Thora?“

„Nein. Ich will zuerst etwas anderes kontrollieren.“

Währenddessen war Jonal schon auf den prachtvollen Rücken Naiiro’s gestiegen und machte es sich auf dessen Nacken bequem. Mit den Worten „Na gut. Dann halte dich fest“ breitete Naiiro seine riesigen ledernen Schwingen aus und erhob sich in die Luft.

Das Ziel: der Alte Turm.


________________________________________


Stirbt der Reiter, stirbt auch sein Drache ...
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BeitragThema: Re: 2 - Erste Begegnungen   Do 29 Sep 2011 - 9:07

Mor’anh kam nur langsam vorwärts. Er war zwar ein guter Fährtensucher und fand sich auch in fremden Wäldern dank seines achten Sinnes sehr gut zurecht. Aber dieser Wald machte ihn Schwierigkeiten. Mehrmals auch weigerte sich Racho, einfach geradeaus zu reiten, als ob da irgendetwas im Weg sein könnte.

Schließlich entschloss er sich dazu, den Weg am Felsen entlang zu nehmen. Der war zwar gefährlicher, weil man vor herunterfallendem Geröll oder Ästen nicht sicher sein konnte, aber immerhin besser, als andauernd die Route zu wechseln, weil da etwas den Weg versperrte.

Dann spürten er und Racho plötzlich eine so dermaßen starke Kraft, dass die beiden förmlich an die Felswand gequetscht wurden. Racho wieherte angstvoll auf und versuchte, vorwärts zu stürmen. Aber Mor’anh hielt ihn zurück und versuchte abzusteigen. Es gelang ihm nicht. Auch wenn er sich noch so sehr anstrengte.

Er gab es auf, sich gegen diese unerklärliche Macht und Kraft aufzulehnen. Ein Alnei kämpft mit offenen und ehrlichen Karten. Doch diese Karten waren gezinkt. Wenn Jonal hier mit Naiiro entlang geflogen ist, dachte er, dann hat er es auch gespürt und kann es sicher erklären. Es war also sein vordergründiges Ziel, Jonal und Naiiro einzuholen.

Egal wie.

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2 - Erste Begegnungen
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